Rund 20 Gäste verteilten sich auf die Schattenplätze vor dem Stehtisch von Dennis Thormann. „Die Unabhängigen“ hatten Elzes jüngsten Bürgermeisterkandidaten zum Frühschoppen in den 1852 Landgasthof eingeladen, um ihm die Gelegenheit zu geben, sich den Bürgerinnen und Bürgern vorzustellen und Fragen zu beantworten.

Die meisten Gäste kannten den Ortsbrandmeister bereits, geht er doch seit einiger Zeit von Haus zu Haus über die Dörfer, um mit den Menschen persönlich zu sprechen. „Zuhören, wo der Schuh drückt“, ist sein Credo. Durch seine Gespräche habe er festgestellt, dass es oft nur Kleinigkeiten sind, die sich die Bürgerinnen und Bürger wünschen. Dinge, die nach seiner Überzeugung zügig erledigt werden könnten, wie zum Beispiel klappernde Kanaldeckel oder ungeschnittene Hecken. „Ich will auch hier nicht viel reden, sondern zuhören“, betonte er, und das tat er auch. Etwas größere Probleme bergen die gelegentlichen Überflutungen, die vor allem Esbeck und die Saale-Anrainer in Elze treffen. Die anwesenden Esbecker, die vor kurzem „nasse Füße“ sowie vollgelaufene Hausflure und Keller bekamen, sehen eine einfache Lösung für ihr Problem: „Die Beeke muss regelmäßig ausgebaggert werden. So wie es früher immer war.“ Tatsächlich sei der kleine Bach oft extrem zugewuchert, was ein schnelles Abfließen nach Starkregen unmöglich macht. Das gleiche Problem sehen Anrainer der Saale in Elze. „Die Sorsumer fürchten indes, dass es Probleme gibt, wenn die Planungen zur Verrohrung des Baches im Rahmen der Straßensanierung umgesetzt werden“, so Albert Wille, Ortsvorsteher in Sorsum und für die CDU im Elzer Stadtrat. Das bedeute neben dem Zuwuchern eine weitere Engstelle für den Wasserlauf. „Dennis Thormann merkte an, dass solche Kanäle regelmäßig durchgespült werden müssen, und fragte nach, ob die Pläne noch geändert werden könnten. Als Kanalinspekteur sowie Ortsbrandmeister kennt er sich mit Hochwasser sowie Überschwemmungen aus. Ulrich Bantelmann, Vorsitzender des Kreisverbands der Unabhängigen und Ratsmitglied in Elze, ist ebenfalls der Meinung, dass das Ausbaggern der Bäche essenziell ist. Er sagt: „Starke Regenfälle kann man nicht steuern, das Ausbaggern schon.“ Thormann hörte auch aufmerksam zu, als die Unabhängigen mit den Anwesenden über Windräder, Energieunabhängigkeit und Kooperationsmöglichkeiten mit Nachbarkommunen diskutierten. Es müsse nicht immer gleich fusioniert werden. Thormann fügte hinzu, dass er selbst auch schon mit anderen Kommunen darüber gesprochen habe. Vielleicht könnten Kommunen zum Beispiel gemeinsam einen Bauingenieur beschäftigen. Das müsse durchgerechnet werden. Der parteilose Bürgermeisterkandidat möchte für den 18. August Jungwähler und Kinder an die Skateranlage in Elze einladen, um sich deren Vorstellungen anzuhören. „Die jungen Menschen haben oft gute Ideen“, findet er. Den Erwachsenen versprach er, mit seinem Stehtisch und einigen Kaltgetränken Ende August/Anfang September in jedes der Elzer Dörfer zu kommen. „Schön. da kommen wir dann auch“, hieß es aus den Reihen der Gäste.

(Quelle: Sabine Robels, LDZ 11.08.2026)