Was sind die drei wichtigsten Sachthemen der Unabhängigen in Diekholzen für die kommende Wahlperiode, und was wollen Sie in diesen Themenfeldern erreichen? Was unterscheidet Sie von den Wettbewerbern? Wo sollte die Gemeinde im geplanten Sparprogramm ansetzen, um ihren Haushalt wieder ausgleichen zu können?

Diese Fragen hat uns die Hildesheimer Allgemeine Zeitung im Vorfeld der Berichterstattung gestellt. In der Ausgabe vom 11.08.2026 wurde unsere Antwort in gekürzter Form veröffentlicht. Damit Sie sich ein vollständiges Bild von unseren Positionen und Zielen machen können, finden Sie nachfolgend unsere ungekürzte Antwort:

Infrastruktur der Gemeinde

Wir in Diekholzen sind in erster Linie für die Infrastruktur der Gemeinde verantwortlich. Der Wunsch, die Sünden der Vergangenheit (unter der Erde sieht man nichts, wir haben doch alles) endlich zu korrigieren wird mit ausgeglichenen Haushalten nicht möglich sein, man muss sich also entscheiden! Also: Gemeindeentwicklungsplan für Sportstätten, Schulen und Kanalnetze kurzfristig aufstellen, aber ein Plan, der sich am Gesamtziel orientiert und nicht nur Einzelteile betrachtet. Dann investieren, auch wenn die Schulden deutlich steigen.  Die Infrastruktur (Schulen, Sportstätten) bestimmt die Lebensqualität und damit Zukunft der Gemeinde über Jahrzehnte, die Schulden der Gemeinden werden Land und Bund zum Handeln zwingen, für alle Gemeinden.

Finanzen der Gemeinde

Die finanzielle Situation der Gemeinden ist geprägt von einer desolaten Haushaltsführung bei Bund und Land, und daher von Übertragung von Aufgaben ohne entsprechende Einnahmen, von einem Verwaltungsmonster und mangelnder Bereitschaft der Gemeinden neue Wege der Interkommunalen Zusammenarbeit zu suchen und zu gehen.

Wir wollen alle freiwilligen Aufgaben und Ausgaben überprüfen und wo immer möglich beenden. Bei der Durchführung der Pflichtaufgaben (Infrastruktur) die Art der Durchführung beaufsichtigen und ein Augenmerk auf die Fördermöglichkeiten durch Land und Bund legen. Die Interkommunale Zusammenarbeit so weit wie nötig voranbringen, auch durch Schaffung gemeinsamer Strukturen.

Wohnen und Leben (Baugebiete? Bauliche Gesamtentwicklung?)

Wohnbebauung: Die Entwicklung innerhalb des bebauten Bereichs muss klar Vorrang vor der Versiegelung weiterer Flächen haben. Quartierentwicklungspläne können für Eigentümer Abschreibungsmöglichkeiten bei Sanierungen und Umbauten schaffen und sollten daher aufgestellt werden. Es sollte weiter versucht werden, Wohnbebauung auf dem Gelände des ehemaligen Kreiskrankenhauses durchzusetzen. Wachstum an sich ist nicht nachhaltig, sondern nur teure Konkurrenz der Kommunen.

Was unterscheidet Sie von den Wettbewerbern?

  • Keine Parteibindung & kein Fraktionszwang: Entscheidungen werden rein nach Fakten, Argumenten und offener Diskussion getroffen, nicht nach einer vorgegebenen Parteilinie. Die Kandidaten agieren unabhängig und ohne Fraktionszwang.
  • Sachlichkeit statt Ideologie: Wir handeln sachlich statt ideologisch und lösungsorientiert statt laut.
  • Keine Wahlversprechen um jeden Preis: Es gibt keine unhaltbaren Versprechen, sondern stattdessen verantwortungsvolle Handlungen und sinnvoller Einsatz von Steuergeldern.
  • Überzeugen statt Überstimmen: Im Umgang miteinander steht der Respekt im Vordergrund; das Ziel ist es, durch Argumente zu überzeugen, anstatt andere Meinungen einfach zu überstimmen.
  • Bürgernähe und Generationenwechsel: Wir verstehen ein Mandat nicht als Status, sondern als „Auftrag auf Zeit“ und wollen jeder Generation die Möglichkeit bieten, die Politik vor Ort aktiv mitzugestalten.

Wo sollte die Gemeinde im geplanten Sparprogramm ansetzen, um ihren Haushalt wieder ausgleichen zu können?

  • Maximale Ausschöpfung von Fördermitteln: Ein wesentlicher Hebel ist die systematische Beantragung von externen Zuschüssen. Die Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen wird helfen, Investitionen in dörfliche Freiflächen oder Mobilitätsangebote zu subventionieren, ohne den eigenen Haushalt voll zu belasten.
  • Strategische Infrastrukturplanung & Kapitalisierung: Bei kostenintensiven Großprojekten müssen Investitionen zukunftssicher geplant und langfristig ordnungsgemäß abgeschrieben werden. Dies streckt die akute finanzielle Belastung für die Gemeinde und deren Bürger.
  • Prüfung freiwilliger Leistungen: Wie bei allen defizitären Kommunen üblich, muss auch in Diekholzen untersucht werden, inwieweit freiwillige Ausgaben zeitweise eingefroren oder umstrukturiert werden können, da gesetzliche Pflichtaufgaben stets Vorrang haben.
  • Verwaltungseffizienz & Kooperationen: Längerfristige strukturelle Einsparungen lassen sich oft durch verstärkte interkommunale Zusammenarbeit erzielen, etwa durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen oder IT-Infrastruktur mit Nachbargemeinden.