Der Rat der Stadt Elze hat mit Mehrheit beschlossen, Fördermittel für die Anlage eines Kunstrasenplatzes auf dem so genannten B-Platz im Ortsteil Mehle zu beantragen. Der Entscheidung ging eine kurze, dafür aber kontrovers geführte Debatte voraus. … Wie berichtet, stand die Beantragung von Fördermitteln aus dem Bundesprogramm „Sportmilliarde“ im Mittelpunkt der Sitzung. Mit dem Förderprogramm sollen kommunale Sportstätten saniert und modernisiert werden. Kommunen können Fördermittel zwischen 250 000 und acht Millionen Euro beantragen. In der Regel übernimmt der Bund bis zu 45 Prozent der Kosten. Die Bewerbungsfrist für die erste Phase endete am 15. Januar. Die Stadt Elze hatte fristgerecht eine Projektskizze eingereicht. Voraussetzung für eine weitere Berücksichtigung ist ein Ratsbeschluss bis Ende Januar. … Deutliche Kritik kam vom SSV Elze. Die als Gäste an der Ratssitzung teil-nehmenden Vertreter des Vereins erklärten gegenüber der LDZ, den geplanten Kunstrasen-platz in Mehle in der aktuellen Form nicht zu unterstützen. Aus Sicht des Vereins liege der tat-sächliche Bedarf in der Kernstadt, da dort der überwiegende Teil des Spiel- und Trainingsbetriebs stattfinde. Der Standort in Mehle verlagere das Problem lediglich und bringe zusätzliche Wege sowie organisatorische Nachteile mit sich – insbesondere für Kinder und Jugendliche. Zudem kritisierten die Vertreter des SSV die aus ihrer Sicht unzureichende Einbindung der Sportvereine in die Entscheidungsfindung. Auch innerhalb des Rates gingen die Meinungen auseinander. Ulrich Bantelmann von den Unabhängigen kündigte an, gegen den Antrag zu stimmen. Er kritisierte die Prioritätensetzung und wies auf andere sanierungs-bedürftige Sportstätten wie die Sporthalle des MTV hin. … Mit fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde der Beschluss schließlich doch noch von den Ratsmitgliedern auf den Weg gebracht.
(Quelle: Peter Ulf Geisler, LDZ 30.01.2026)