So zügig und diskussionsarm geht es nur selten zu im Alfelder Stadtrat. Doch die letzte Sitzung vor Weihnachten bot einen geeigneten Rahmen für die Mandatsträger und Verwaltungsmitarbeiter, sich gegenseitig Respekt und Dank für die gute und konstruktive (Zusammen-) Arbeit in den vergangenen Monaten auszusprechen – und den Haushalt für das kommende Jahr final auf den Weg zu bringen. Dass den in seiner jetzigen Fassung zu erstellen kein leichtes Unterfangen war, machten die Ausführungen von Kämmerer Thorsten Laugwitz in Bezug auf das erforderliche Haushaltssicherungskonzept noch einmal deutlich. „Der vorliegende Haushaltsplanentwurf weist ein Defizit auf, das zeigt, dass wir an einer kritischen Stelle angekommen sind, nämlich der einer drohenden Überschuldung“, so Laugwitz, der von dem schlechtesten Haushalt in seiner Laufbahn sprach. Der schlechteste in Alfelds Geschichte sei es sogar, wie Thorsten Dinkela (Grüne) als Finanzausschussvorsitzender später ergänzte. Der Haushaltsplan 2026 weist derzeit ein Defizit von 6,7 Millionen Euro auf. 8,9 Millionen Euro hätte das Minus ohne die im Haushaltssicherungskonzept genannten Maßnahmen betragen. Damit stünden in Alfeld Entscheidungen bevor, die nicht nur unbequem, sondern auch zwingend sein werden – „womöglich sogar von höherer Stelle diktiert.“ Hier gelte es fortan umso mehr, Fingerspitzengefühl in Finanzfragen zu beweisen, auch wenn in vielen Bereichen bereits intensiv an Einsparungen gearbeitet werde.
Abschließend betonte Laugwitz: „Die Finanzausstattung der Kommunen ist nach wie vor in vielen Bereichen unauskömmlich. Nur durch ein dauerhaft verantwortungsvolles Handeln kann sich die Stadt Alfeld auf den Weg einer Entschuldung begeben.“ …
Uwe Höltgebaum (Unabhängige Alfeld-BAL) ergänzte: „Es gibt viele Dinge, gegen die wir uns als Politiker nicht wehren können. Wir müssen davon ausgehen, dass die Gesamtverschuldung der Stadt steigt und steigt.“
(Quelle: Larissa Zimmer, LDZ 12.12.2025)