|
WohlfühlStadt statt Nulldiät – Rezepte für die lebendige Stadt von morgen |
Ziel 1: Die Menschen sollen sich in den Städten immer öfter heimisch und wohl fühlen!
Therapie: Wollen die Städte von morgen gleichermaßen anziehend und attraktiv sein, so müssen beim Handel, der Planung und Architektur und nicht zuletzt bei den Städten selbst neue Ansätze und Konzepte entwickelt werden, die dazu beitragen, dass sich die Menschen in den Städten wohlfühlen. Nur dort, wo die Menschen gerne und mit Freude hingehen, halten sie sich lange auf und kehren gern zurück. Der Mensch muss wieder im Mittelpunkt der Stadtplanung stehen.
Ziel 2: Städte müssen verstärkt Identität für die Menschen schaffen!
Therapie: Die Städte müssen für die Menschen wieder zu einem Stück Heimat werden. Es gilt, die Identität der Bürger mit „ihrer Stadt“ neu zu beleben und zu verfestigen. Die Stadt muss real und emotional in den Lebensrhythmus der Bürgerinnen und Bürger eingebunden werden. Speziell die Innenstädte müssen sich als Orte der Inszenierung von Erlebnis, Freizeit, Unterhaltung und Kommunikation verstehen. Eine intensivere emotionale Ansprache kann neue Anstöße zum Besuch der Stadt geben. Dies ist umso wichtiger, da auch die „Grüne Wiese“ immer mehr Erlebnis- und Aktionselemente in den Centern am Stadtrand zur Kundenbindung einsetzt.
Ziel 3: Städte müssen unverwechselbar und ästhetisch reicher werden!
Therapie: Die Ansprüche der Verbraucher an die Grundbedürfnisse des Verweilens, des Genießens und Erlebens erfordern ästhetisch anspruchsvolle Aufenthaltsräume mit einer großen Nutzungsvielfalt. Die Bemühungen zur Revitalisierung und Sicherung urbaner Geschäfts- und Dienstleistungszentren werden insbesondere durch die Austauschbarkeit von Waren und Dienstleistungen in den Hauptgeschäftslagen der Städte unterlaufen. Regionale Eigenheiten müssen erkennbar werden. Regionalität schafft Identität und Authentizität
Ziel 4: Die Städte sollten mehr auf erstklassige Angebote und Serviceleistungen setzen!
Therapie: Neben einem abwechslungsreichen Angebot und entsprechendem Service muss in den Städten wieder eine Kultur der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft geschaffen werden. Vorhandene Potenziale gilt es konsequent auszuloten sowie neue Synergien herzustellen. Neben den für Innenstädte und Stadtteilzentren unverzichtbaren Geschäfts- und Dienstleistungsangeboten des gehobenen und des spezialisierten Bedarfs mit individueller Kundenberatung und -betreuung müssen ergänzende kommunikative Angebote Platz greifen.
Lebendiges kulturelles Leben, vielfältige Gastronomie und niveauvolle Open-Air-Aktivitäten auf Straßen und Plätzen tragen dazu bei, dass den Menschen der Besuch der Innenstädte Spaß macht und das Lebensgefühl bereichert. Die in einer Stadt ansässigen Akteure müssen sich im Sinne einer vitalen und starken Stadt verstärkt als Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Stimme verstehen.
Ziel 5: Die Städte müssen für die Menschen sicherer werden!
Therapie: Die Aspekte Sicherheit und Sauberkeit müssen weiterhin einen hohen Stellenwert in der Stadtpolitik einnehmen. Es gilt, eine Kultur der “Inneren Sicherheit” zu schaffen, die ein neues Grundmuster der Synthese von Freiheit und Sicherheit entwickelt. Denn nur dort, wo die Menschen sich sicher fühlen, gehen sie auch hin. Sicherheitspartnerschaften in den Städten können hier das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit der Menschen unterstützen.
In das Wohlfühl-Paket gehört auch das Thema Sicherheit durch Helligkeit. Auch die Einrichtung von Informations- und Wegeleitsystemen trägt dazu bei, Schwellen zum Besuch der Stadt abzubauen und das wichtige Gefühl der Orientierung zu stärken.
Ziel 6: Der demographische Wandel muss mehr in den Fokus der Stadtpolitik treten!
Therapie: Die Anonymität individueller Lebensführung in den Städten muss ein Stück weit überwunden werden. Die Städte müssen für Menschen aller gesellschaftlichen Gruppen offen stehen und auch ganzen Familien wieder Lebensperspektiven aufzeigen.
Die Stadtplanung muss die Anforderungen einer älter werdenden Gesellschaft erkennen und in ihre Planungsleitlinien integrieren. Die Palette der möglichen Maßnahmen ist breit gefächert. Sie reicht von den wachsenden Anforderungen an eine altersgerechte Gestaltung von Straßen und Plätzen bis hin zur Nutzung der Erfahrung der Senioren in Netzwerken und Kommunikationsforen. Auch die Handels- und Dienstleistungsunternehmen müssen ihre Leistung gedanklich mit einem Gütesiegel des Demographiewandels verstehen.
Quelle: urbanicom, Berlin |