Warum melden wir uns erst jetzt, nachdem im Stadtrat über das Bahnhofprojekt abgestimmt wurde, zu Wort?
Weil wir erst in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vom 25.Juni 2008 genauere Informationen über die Gestaltung des Gebäudes erhalten haben. Informationen die übrigens auch einige der Befürworter sehr nachdenklich gestimmt haben.
Betrachten wir doch erst einmal gemeinsam die ursprüngliche Idee dieses neuen Platzes.
Der Zentrale Omnibusbahnhof sollte überdacht werden damit die Menschen nicht mehr im Regen stehen und der Bahnhof mit seinem Vorplatz sollte neu gestaltet werden.
Wie wurde diese ursprüngliche Idee umgesetzt?
Wir haben heute morgen die Konturen des geplanten Bahnhofs einmal abgekreidet damit wir uns alle ein Bild von den Ausmaßen dieses Objektes machen können.
Eines Objektes das übrigens nur zu einem sehr kleinen Teil ein Bahnhof ist, der weit aus größere Teil ist für Verkaufsräume reserviert.
Schauen wir uns also gemeinsam dieses Objekt mit nach meiner Meinung wirklich monströsen Ausmaßen einmal etwas näher an.
Vom ursprünglichen Parkplatz mit seinen Taxiständen bleibt leider nicht mehr viel übrig. Hier wo ich jetzt stehe soll der Eingangsbereich hinkommen. Vom alten ZOB bleibt nur noch die knappe Hälfte übrig. Das heißt das von den jetzigen nicht bebauten Flächen nur noch knapp ein Drittel übrigbleibt. Dafür wird das Gebäude mit seinen 18m mehr als doppelt so hoch sein wie der jetzige Bahnhof. Mit seiner geplanten Länge von 250m wird das Gebäude um 100m länger als der Bahnhof in Hannover.
Nun ein paar Worte zur Gestaltung dieses Gebäudes:
Nur im Eingangsbereich ist eine größere Glasfläche geplant. Der Rest der Fassade wird eine, zu Gunsten der Verkaufsflächen, fast durchgängige versiegelte Fläche die zur Vorderseite durch einige hervorspringende Schubladenelemente aufgelockert werden soll. Die Rückseite, zur Nordstadt gewand, wird aus einer 250m langen, nur durch den Eingangsbereich unterbrochenen, fensterlosen, 18m hohen, Wand bestehen und damit die Nordstadt abgrenzen.
Die Verkehrssituation wird sich folgendermaßen darstellen. Oder besser soll sich folgendermaßen darstellen. Da es ja noch kein abschließendes Verkehrskonzept gibt.
Im Bereich des jetzigen Taxistandes ist die Einfahrt zu einer Parkgarage mit ca. 300 Stellplätzen geplant. Die Anbindung an diese Garage erfolgt zur Zeit nur über die Bahnhofsallee und den Butterborn. Über eine zweite Einfahrt denkt man schon seit Monaten nach. Der Investor der, übrigens auf Grund des Ratsbeschlusses, die alleinige Endscheidungsgewalt hat denkt noch darüber nach.
Der neue Busbahnhof, der von der Stadt finanziert wird, wird nur noch über ca. ein Drittel der jetzigen Fläche verfügen. Er wird so klein sein, das,wenn ich mit dem Taxi oder nur mit einem Fahrrad die Nordstadt erreichen möchte, ich einen Umweg über die Bahnhofsallee und die Kaiserstraße machen muss.
Dieses ist nach meiner Meinung unakzeptabel!
Zum Abschluss möchte ich noch kurz das geplante Reisezentrum erwähnen.
Ein Reisezentrum welches zu Gunsten der geplanten Verkaufsflächen, nicht wie üblich im Eingangsbereich des Erdgeschosses, sonder im erste Stockwerk des Gebäudes angesiedelt wird.
Ich hoffe das dass Gebäude so gestaltet wird das alle Menschen mit Behinderung, egal ob geh-, seh- oder hörgeschädigt, in der Lage seien werden das Gebäude ohne fremde Hilfe zu nutzen.
Wie ich eingangs schon gesagt habe. Wir wollen nicht den Neubau des Bahnhofs verhindern. Vielmehr vordern wir die Befürworter, die Verwaltung und insbesondere den Investor dazu auf das Projekt zu überdenken und einen Bahnhof der zu Hildesheim und damit zu seinen Bürgern passt zu gestalten. |