|
Auf der Versammlung am 3.7.2007 hat die BAH über das Thema Abwasser diskutiert.
Die Meinung der Mitglieder ist eindeutig und wird auch vom Ratsherrn Michael Kriegel geteilt. Erhalt und Unterhalt der Abwasser- und Regenwasserkanalisation ist ganz klar eine kommunale Aufgabe, die zum Wohle der Bürger sowohl unter technischen, ökonomischen als auch ökologischen Gesichtspunkten zu optimieren ist!
Wird dieser Bereich privatisiert, muss und will der Käufer damit Geld verdienen, und das ist durchaus legitim. Zum Zweck eines einmaligen Geldschubs und im blinden Glauben an die effiziente freie Wirtschaft verkauft die Kommune unsere aus gutem Grund regulierte und kontrollierte Daseinsvorsorge.
Dieses ist eine Enteignung des Gemeinwesens, eine massive Einschränkung
der Demokratie und der Rech-te der Bürger sowie eine Aushebelung
solidarischer Systeme. Das suggerierte Zahlenbild passt nicht, hier
wird bewusst oder unbewusst hinters Licht geführt.
Die Hildesheimer Abwasserkanäle sind marode, umfangreiche Sanierungen
erforderlich. Der Stadtverwaltung sind die entsprechenden
Untersuchungen bekannt. Ein echter Kaufpreis in Millionenhöhe erfordert
für den Investor einen zukünftigen Gewinn, der diesen Kaufpreis mit
einem Aufschlag erwirtschaftet. Wo soll das denn her kommen, wenn nicht
aus Sanierungseinsparung oder Gebührenerhöhung? Beides geht eindeutig
zu Lasten der Bevölkerung – also ein Schuldenabbau, der durch den
Bürger und nicht durch einen fremden Dritten bezahlt wird. Durch
schönes Zahlenwerk kann man sicher jedem Laien alles Schönrechnen - hat
bei der Domäne ja auch prima geklappt! Die Vorlage von endlosen
Papiermengen mit schönen Rechnungen ändert an dem kleinen Einmaleins
der Wirtschaft nicht.
Die pauschale Behauptung, als wirtschaftlich und vernünftig denkender
Mensch müssen man auch für eine Privatisierung in dem Bereich
kommunaler Versorgung eintreten, ist genau so Blödsinn wie der Versuch,
Privatisierung vielleicht unter neuem Namen (PPP) grundsätzlich als
Fortschritt zu verkaufen. Unsere gewählten Vertreter sollten sich
lieber mal fragen, wozu sie überhaupt noch da sind. Immer mehr
Entscheidungsgewalt wird entweder auf öffentliche Gesellschaften
(ZAH..) übertragen oder komplett ausgelagert.
Das der Einfluss des Hildesheimer Rates schwindet, mag ja positiv sein,
aber leider schwindet auch die Möglichkeit der Bürger, bei der nächsten
Wahl Einfluss zu nehmen. Vielleicht sollte man zumindest mit dem
Wegfall der Aufgaben der Ratsmitglieder eine Verkleinerung und Kürzung
der Entschädigungen einher gehen lassen. Ach ja, bei der Verwaltung
natürlich auch.
Also : Finger weg von unserem Dreckwasser!
Und mit Schlamm kennen wir Hildesheimer uns genug aus, den entsorgen wir lieber selbst...
|