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15.08.2006 Meinungsbild : "Bahnhofsarkaden |
Die BAH fordert eine Entscheidung der Verwaltung – Schluss mit der Sülterei !
Nach nun 21-monatiger Planungs- und Diskussionszeit stellen wir uns die Frage, ob unser Bahnhof eigentlich gebaut werden soll, oder ob es Verhinderer bzw. Verzögerer in unserer Stadt gibt. Was hat der Entwickler Timon die letzten knapp zwei Jahre gemacht, außer ein Grundstück von Familie Kieft zu kaufen?
Eins hat er immerhin geschafft: die Verwaltung und Politik sehr lange hinhalten und mehrfach ein Verlängerung erwirken.
Für die BAH ist es klar, dass am Bahnhof etwas geschehen muss, aber in der richtigen Größenordnung. Der jetzige Entwurf ist für Hildesheim ein paar Nummern zu groß und der Platz am Bahnhof zu klein. Die Größe des Einkaufscenters dezimiert den Platz für uns Bürger erheblich. Ein Verkehrskonzept, in dem die Verkehrswege schlüssig dargestellt sind und der erhöhte Anlieferungsverkehr keine Probleme verursacht liegt bis heute nicht vor!
Die „Entwickler“ versuchen nun die Bürger wieder auf eine Verkaufsflächenquadratmeterzahl zu bringen, die nun gar keiner mehr verstehen will.
Dieses möchten wir nun erklären:
Timon geht nun von 10.994 m² Verkaufmietfläche aus (das sind schon einmal 2.000 m² VK - Fläche weniger als in der Imagebroschüre die an Mietinteressenten verteilt wird; Anforderungsquelle :
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). Hiervon werden nun 2.192 m² Verkehrsflächen und 1.649 m² Lagerflächen abgezogen. Macht eine Restmietfläche von 7.153 m² für den Verkauf. Verkehrsflächen werden nicht aus Mietflächenberechnungen abgezogen (wäre ja für jeden Mieter schön, wenn der Vermieter 1000 m² vermietet und sagt, 200 m² für Laufwege ziehe ich ab, und man muss nur noch 800 m² bezahlen).
Mit dieser Bauernschlauheit kann man hier in Hildesheim, zumindest bei der BAH, nicht landen. Mit blanker Rhetorik sollen erneut die Entscheider aufs Kreuz gelegt werden.
Zum Ersten beruhigt Timon die Politiker und Bürger mit der geringen Verkaufsmietfläche, denn nun nähert er sich dem Gutachten der CIMA aus dem August 2004, die sagt, dass nur ca. 5.000 – 6.000 m² am Bahnhof für Hildesheim verträglich sind! Die Volksparteien werden dieses in ihrem Wahlkampf benutzen und auf ihre Fahne schreiben. Fakt ist und bleibt, dass es sicherlich 11.000 m² VK-Fläche bleiben!
Lt. Aussage von Timon war es immer so, dass sich ein Center unter 10.000 m² Verkaufsfläche nicht rechnen lässt. Und nun geht es mit einem Mal? Auf welche Bauqualität müssen wir uns einstellen, wenn noch nicht einmal gute Ankermieter vorhanden sind, die ein vernünftige Miete zahlen können. Wird das Objekt zu einem Jahrmarkt der Discountanbieter?
Zum Zweiten benutzt Timon diese Quadratmeterangabe um eine geringere Zahl an Einstellplätzen nachzuweisen. In der Praxis ergibt sich ein Wert von einem Einstellplatz/je 35 m² Verkaufsfläche. Im Fall Bahnhof bei 7.153 m² sind es in der Tat 204 Einstellplätze! In der Tiefgarage sollen 206 Parkplätze realisiert werden! Bei 10.994 m² VK-Fläche ergibt sich ein Wert von 314 Einstellplätzen. Zieht man vorhandene 35 Plätze der Bahn ab, ergibt sich eine Differenz von 73 Einstellplätzen in der Tiefgarage, die die Verwaltung fordert!
Welch Schelm der hier etwas Böses denkt. Komisch ist bei der gesamten Vorgehensweise nur, dass zuerst 600 Parkplätze geschaffen werden sollten, nun nur noch 204 nötig sind! Und das alles nur, weil die Post nicht verkaufen will, oder weil noch keiner mit ihr gesprochen hat. Wenn man andere Entwickler oder Investoren bei Einkaufscentern sieht, wird auf die geforderte Mindesteinstellplatzfläche zwischen 20 – 25 % draufgelegt!
Dafür biegen wir der Post nun auch noch einen hin, indem wir denen erst einmal die Fenster zubauen, denn der neue Bahnhof soll im östlichen Bereich direkt an die Post gebaut werden. Was sagt hier das Baurecht?? Ganz klar, Grenzbebauung! Oder hat Herr Tetzner schon eine Lösung? Am vergangenen Mittwoch ist er, wie man ihn so kennen gelernt hat, geschickt drum herum gegangen, hat die Diskussion auf eine getrübte Stimmung zwischen Timon und Verwaltung gebracht, damit nicht noch mehr Unwegbarkeiten seitens Politik und Verwaltung erörtert werden.
Betrachtet man seine Planung, so musste er nun die östliche Parkhauseinfahrt in die Einzelhandelsfläche planen. Dafür hat man kurzerhand neue Einzelhandelsverkaufsfläche in das Tiefgeschoß geplant. Laut oben genannter Imagebroschüre soll hier ein Lebensmittelmarkt entstehen. Schätzungsweise 1.000 – 1.200 m² Fläche!
Aber was verlangt der Entwickler nun von der Politik? Einen Bebauungsplan vor dem städtebaulichen Vertrag! Wird dieser erteilt, ist die Stadt Hildesheim sieben Jahre an den Plan gebunden. Das heißt, wenn der Entwickler diesen Plan vor dem städtebaulichen Vertrag erhält, kann er bauen oder nicht! Kann aber auch verkaufen oder nicht! Und wir Hildesheimer trauern die nächsten sieben Jahre hinter den Entschlüssen der Politiker hinterher!
Seit September 2004 wird geredet, geredet und geredet.
Wie weit sind wir heute? Nicht weiter als 2004! Wir haben keine Finanzierungszusage, keinen städtebaulichen Vertrag, keine Information über die Vermietsituation, keinen Ankermieter! Kann man in diesem Fall über eine vertrauensvolle Partnerschaft reden? Der Partner der Stadt hat alle Forderungen bzw. Auflagen bis heute nicht erbracht! Das Gesamtkonzept war scheinbar ein paar Hausnummern zu groß. Man erinnere sich an die Zusagen im September 2004: Bis zur WM werden wir es nicht schaffen, aber das Weihnachtsgeschäft 2006 können die Kaufleute im Bahnhof mitnehmen. Und heute, fünf Monate vor dem ersten Advent, ist kein Spatenstich zu sehen!
Hildesheim braucht ein vernünftiges Entree! Nicht nur gen Norden, sondern auch zum Süden des Bahnhofsplatzes. Besucher unserer Stadt schauen nach wie vor auf die Fassade des Multistore, wenn Sie den Bahnhof verlassen. Auch die Fußgängerzone Bernwardstrasse muss saniert werden. Hier ist Handlungsbedarf!
Wir fordern die Entscheider auf, nun endlich Fakten zu schaffen, damit die Sanierung unseres Bahnhofs und des Vorplatzes vorangehen kann.
Die Stadt hat keinen gültigen Vertrag mit der Firma Timon. Also wen hindert es, einen anderen Entwickler zu beauftragen, der in der Lage ist, die geforderten Auflagen zu erfüllen und einen Baubeginn zu terminieren. Erinnert sei an die vielen anderen Vorschläge zur Gestaltung des Areals.
Wurde die Entscheidung für dieses Projekt durch den Konflikt zwischen Rat und Verwaltung geprägt? Tragen wir jetzt die Folgen? Es wird Zeit, daß man eine Fehlentscheidung stoppt und das Vorhaben auf die richtige Bahn bringt. Dies wäre menschliche Größe und würde niemandem Schaden, sondern unserem Standort nutzen.
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