Aktuelles aus dem Kreistag : 08.11.2006
Der neue Kreistag
Die gewählten Volksvertreter haben sich zusammengefunden. Bündnis und CDU im Kreistag vereint, wer hätte das gedacht. Sollten doch eigentlich frische Kräfte in die Parlamente, die alles anders und den etablierten Feuer unterm …. machen. Doch plötzlich winkt einem Kreistagsabgeordneten einer von diesen ach so begehrten Sitzen im Verwaltungsrat der Sparkasse! Was kann es schöneres geben.
Für die CDU auch ganz praktisch, um den Sitz gibt es wenigstens keine
Reiberei mehr in der eigenen Partei und das gemeine Fraktionsvolk ist
doch – wie man hört - nicht gefragt worden. Und nun hat man zumindest
theoretisch die Chance durch Einfangen der FDP und der Unabhängigen
endlich die Grün-Rote Kreistagsmehrheit zu kippen. Welcher große
Stratege hat da geträumt? Wäre ja nicht verkehrt (ich meine diese
erstarrte Mehrheit einmal zu kippen), aber warum heißen wir
Unabhängigen (die BAH ist Mitglied) wohl „Die Unabhängigen“? Weil wir
auf lukrative Posten warten um uns natürlich nur im Interesse der Sache
(welcher Sache eigentlich) mit dem politischen Gegner zu verbrüdern?
Weit gefehlt. Unsere gewählten Abgeordneten sind unserer Linie treu
geblieben und haben den Verlockungen aller Angebote von wem auch immer
widerstanden. Das gab natürlich prompt Schelte von der FDP. Der Herr
Vorsitzende (ausführlich zitiert in der Alfelder Zeitung vom 3.11.) ist
sauer, kritisiert zunächst die CDU und fragt sich (laut Zeitung) was
die CDU denn der FDP jetzt noch anbieten könne. Allein diese Frage
zeigt mehr als deutlich, dass die FDP für uns kein Partner sein kann.
Aus den nachfolgenden Äußerungen sieht man, worum es sich bei der FDP
dreht, nämlich um Machtausübung, Koalition und Einfluss – nicht um die
Sache. Tja CDU, Chance mal wieder verspielt. Und das Bündnis?
Zusammenarbeiten mit den Unabhängigen wollten sie nicht – ich meine vor
der Wahl, gemeinsames Programm, gemeinsame Werbung, eine Liste als
Unabhängige Bürger. Und nun verhalten sie sich genau wie die Parteien:
Koalition, Machtgerangel und Postengeschiebe. Gut, dass wir unabhängig
sind.
Die Haltung unserer Abgeordneten stimmt mich sehr fröhlich. Der
Einfluss einer Fraktion ist nicht an erster Stelle von der Anzahl ihrer
Abgeordneten abhängig. Argumente, Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit
sind erheblich wichtiger. Außerdem ist das unsere Vorstellung von
Politik: keine fest gefügten Allianzen die grundsätzlich immer
einheitlich abstimmen (nach Festlegung im stillen Kämmerlein) auch wenn
der Einzelne lieber anders möchte, sondern Argumentation und Kampf um
eine Mehrheit ohne Rücksicht auf Parteifarbe.
Auf Grund der schwierigen Mehrheitsverhältnisse, werden die Parteien
die Auseinandersetzung im Kreistag mit guten Argumenten führen müssen,
wenn Sie Mehrheiten wollen. Eine positive Entwicklung, die Dominanz der
Grünen und der SPD ist auf jeden Fall vorbei, eine Arroganz der Macht
wird es nicht geben, von keiner Seite. Es ist eine Chance auf mehr
Sachlichkeit.
Fraktionskosten
Interessant auch die Diskussion um die Fraktionskosten, natürlich sind
diese zu hoch (In Kreis und Stadt), ist ja nichts Neues, unser
ständiges Thema. Im Landkreis ist eine Reduzierung im 6-stelligen
Bereich möglich, man schaue nur einmal auf vergleichbare Landkreise.
Der Verteilerschlüssel, der in der letzten Periode gültig war, ist für
die geringen Sachkosten gerecht. Ein Sockelbetrag für alle Fraktionen
und ein kleiner Betrag je Fraktionsmitglied dazu. 730 € / Jahr ist
dabei für die Fraktion der Unabhängigen fällig geworden. Ein Betrag,
den man sicher verantworten kann. Überhöht sind die Personalkosten für
Fraktionsangestellte. Die Forderung der Grünen nach einem
Fraktionsangestellten, der für die kleine Fraktion fast als
Vollzeitangestellter arbeiten soll (wie in den letzten 10 Jahren) ist
absurd! Dank der sachlichen Kritik von vielen Seiten wird sich o
langsam die Vernunft durchsetzen.
Der Stadtrat Hildesheim wäre ebenfalls gut beraten, die Zuschüsse
anzupassen. Die großen Parteien zeigen jedoch wenig Begeisterung
energisch zu kürzen. Das Bündnis ist auch nicht gerade bescheiden.
Erstaunlich, wie wenig unsere gewählten Abgeordneten auf die
berechtigten Einwände des Bundes der Steuerzahler reagieren.
Verfasser: Uwe Steinhäuser
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